Der „neue SKL“ wurde von Professorin Dr. Susanne Meyer, Präsidentin der Hochschule Niederrhein und ausgewiesene Expertin für Inkassorecht, zusammen mit einer Arbeitsgruppe aus BDIU-Mitgliedern unter Leitung der BDIU-Rechtsausschussvorsitzenden Andrea Schweer entwickelt. Entstanden ist ein Konzept, das didaktisch, inhaltlich und organisatorisch neue Maßstäbe setzt. Statt lexikalischer Vollständigkeit setzt der „neue SKL“ auf problemorientiertes Lernen. An die Stelle der reinen Präsenzveranstaltung tritt ein durchdachtes Blended-Learning-Konzept. Und statt akademischer Wissensvermittlung liegt der Fokus nun auf praxisnaher Handlungskompetenz. Im Gespräch erläutert Prof. Meyer, warum moderne Erwachsenenbildung eine „Landkarte“ im Kopf braucht statt enzyklopädisches Detailwissen – und warum der „neue SKL“ ein methodischer, didaktischer und inhaltlicher Quantensprung ist.

Frau Prof. Meyer, der BDIU-Sachkundelehrgang war nun einige Jahre erfolgreich. Warum war es jetzt an der Zeit, ihn grundlegend zu reformieren?

Es gab mehrere Faktoren. Zum einen gab es Feedback aus der BDIU-Mitgliedschaft, das mehr Flexibilität einforderte – sowohl hinsichtlich des Veranstaltungsortes als auch zeitlich und bezogen auf eine modernere Form des Lernens. Der alte Lehrgang fand immer an demselben Ort statt; das war für viele Teilnehmende mit erheblichem Zeit- und Reiseaufwand verbunden. Auch mehr digitale Elemente wurden gewünscht, damit zum einen flexibler gelernt und zum andern der Zeit- und Kostenaufwand verringert werden kann.

Dass es dabei nicht nur um ein kleines „Update“ für das Konzept ging, war mir in dem Moment klar, als die Anfrage kam: Der Verband und seine Akademie wollten mehr als eine Modernisierung, sie wollten einen neuen Ansatz für den Sachkundelehrgang. Damit rückte die didaktische Grundstruktur in den Fokus: Der alte Lehrgang ging einen akademischen, fast lexikalischen Weg, der auf Vollständigkeit des Rechtswissens schaute. Er folgte der Systematik der Gesetzbücher und ging nach der Abfolge der Paragrafen, um detailliert alle theoretisch denkbaren Einzel- und Sonderfälle zu erfassen.

Das Problem: Die Welt und das Wissen verändern sich sehr schnell. Der Anspruch auf Vollständigkeit ist daher im echten Leben, im Alltag der Teilnehmenden, kaum zu erfüllen. Was ich heute lerne, ist in ein paar Jahren oft nicht mehr relevant. Die moderne Didaktik macht das daher anders: Sie fußt auf der Idee des exemplarischen Lehrens und Lernens. Soll heißen: Wir arbeiten auf Basis konkreter Alltagsbeispiele, weil unser Verstand so funktioniert. Tatsächlich lernen wir nicht lexikalisch, sondern im Kontext unserer jeweiligen Realität. Wir verstehen nicht Paragrafen, sondern was aus ihnen in meiner Aufgabenstellung folgt. Methodisch betrachtet heißt das, wir bauen nicht Detail- sondern Strukturwissen auf. Anders formuliert: Wir zeichnen eine Wissenslandkarte, mit deren Hilfe ich stets weiß, in welcher Richtung die beste Lösung für meinen Fall zu finden ist.

Konkret: Stellen wir uns vor, ich sei Inkasso-Mitarbeiterin oder -Mitarbeiter und bekäme einen neuen Fall. Dann muss ich zunächst die Basis festlegen, auf der ich handeln kann. Ich muss also zunächst einmal klären, ob in meinem Fall ein materiell-rechtliches oder ein prozessuales Problem vorliegt. Dies verweist auf die Grundstruktur, also auf meine Wissenslandkarte. Sie weist mir den Weg, denn jetzt weiß ich, dass wir über ein materiell-rechtliches Problem sprechen und ich für die Lösung erst einmal im BGB nachschauen muss. Oder ich weiß, dass es ein prozessuales Thema ist und daher die ZPO für mich relevant ist. Im „neuen SKL“ stehen daher eben nicht die Einzelnormen auf dem Lehrplan, sondern das Strukturwissen, das mich in die Lage versetzt, nur das Detailwissen zu erschließen, das für meinen Fall wichtig ist.

Sie haben erwähnt, dass der Lehrgang auch „weniger akademisch“ sein soll. Wie passt das zu dem hohen Anspruch, den der Gesetzgeber mit der Sachkundeprüfung verbindet?

Schauen wir doch einmal auf das, was der Gesetzgeber verlangt: Das sind zunächst 120 Stunden, von denen er nicht definiert, wie akademisch oder praxisorientiert sie sein müssen. Ein noch gewichtigerer Grund für eine weniger akademische Ausrichtung ist aber, dass sich der Sachkundelehrgang an die Mitarbeitenden der Inkassounternehmen richtet. Diese sind in sehr vielen Fällen Praktiker, die zum Teil seit der Schulzeit nie wieder systematisch gelernt haben. Wenn das Lernen Erfolg haben soll, muss es daher praxisnäher, anwendungsorientierter und angeleiteter sein.

Vier Module, vier Säulen, ein roter Faden

Wir machen das mit unseren vier Modulen, die sich an den großen Themenkreisen orientieren, die im Inkasso-Alltag relevant sind: „Verträge als Zahlungsgrundlage“, „Handelnde im Recht“, „Besonderer Schutz durch das Recht“ und schließlich „Sicherung und Durchsetzung von Ansprüchen“. Die vier Säulen geben dann jedem Modul die Struktur. Die Säulen sind das materielle Recht, das Verfahrensrecht, das Berufsrecht des Inkasso-Unternehmers und natürlich das praktische Üben. Entscheidend ist, dass wir in jedem Modul konkrete Fragestellungen oder Fallkonstellationen bearbeiten. Das ist der rote Faden, der den Teilnehmenden erlaubt, immer den Zusammenhang zwischen dem materiellen Recht, dem Verfahren, der eigenen Rolle und der praktischen Anwendung zu erkennen.

Auch hier nehmen wir einmal ein Beispiel, um das verständlicher zu machen: Im ersten Modul befassen wir uns etwa mit der Herausforderung, dass beim Vertrag nicht alles glattläuft. Im materiellen Recht (Säule 1) geht es dann konsequenterweise um Verzug und Verzugsfolgen, Verzugsschaden und Verzugszinsen. Die Teilnehmenden lernen die rechtlichen Voraussetzungen für den Verzug. Der Blick auf das Verfahrensrecht (Säule 2) rückt dann die Frage in den Fokus, wie der Anspruch durchgesetzt werden kann. Im Berufsrecht (Säule 3) geht es um die Inkassokosten und die Erstattungsfähigkeit. Und beim Üben (Säule 4) führen die Teilnehmenden eine Anspruchsprüfung durch, berechnen Zinsen und stellen einen Antrag auf einen Mahnbescheid – eben echte Fallarbeit.

Das klingt nach einem sehr verschachtelten System. Verlieren die Teilnehmenden da nicht den Überblick?

Im Gegenteil. Gerade weil wir denselben Fall aus verschiedenen Perspektiven betrachten, entsteht ein sehr klares Bild. Die Zusammenhänge werden deutlich, die Teilnehmenden lernen nicht abstrakt „Verzugsrecht“, sondern was sie im konkreten Fall tun: Was wird geprüft, welcher Weg muss nun eingeschlagen werden, was kann und darf ich als Inkassounternehmen tun und wie formuliere ich das? Wir gehen vom Problem aus und spiegeln damit die Realität im Unternehmen. Dort kommt auch niemand und spricht davon, dass es ein Problem mit § 280 BGB gibt. Stattdessen heißt es: „Der Kunde zahlt nicht. Wie können sie mir helfen?“ Genau so haben wir den „neuen SKL“ aufgebaut.

Sie setzen auf „Blended Learning“ mit fast 60 Prozent Präsenz, knapp 30 Prozent Online-Vermittlung und etwas mehr als 10 Prozent geführtem Selbststudium. Warum gerade diese Aufteilung?

Wie schon erwähnt, haben wir eng mit den Mitgliedsunternehmen des BDIU zusammengearbeitet. Diese Aufteilung war ein Ergebnis aus der intensiven Abstimmung mit der Arbeitsgruppe. Dabei stand die Frage im Vordergrund, für welche Lerninhalte Präsenzveranstaltungen unerlässlich sind. Wo sind persönlicher Kontakt und direkte Interaktion mit den Dozierenden essenziell? Und umgekehrt: Was kann in digitalen Formaten gemacht werden, ohne dass die Lernqualität leidet?

Die Mischung macht’s!

Insbesondere wollten wir sicherstellen, dass komplexe rechtliche Zusammenhänge, die erstmalig eingeführt werden, in Präsenz vermittelt werden. So können die Dozentin oder der Dozent auf Verständnisfragen unmittelbar reagieren und anhand von Mimik, Körpersprache und Verhalten im Raum erkennen, wenn Dinge unausgesprochen bleiben. Die Wissensvertiefung, Wiederholungs- und Übungseinheiten können demgegenüber sehr gut digital stattfinden. Sowohl in Live-Online-Seminaren als auch durch asynchrone Formate wie Lernvideos oder Selbsttests. Dabei bieten gerade die asynchronen Formate maximale Flexibilität. Die Teilnehmenden können lernen, wann es in ihren Alltag passt. Das Herzstück bleibt aber die Präsenzveranstaltung mit ihrer intensiven fachlichen Arbeit und der Herausbildung von persönlichen Netzwerken.

Selbstverständlich starten wir immer mit einer intensiven Einführung in den Lehrgang, seine Methoden und die von allen genutzte Lernplattform. Wir wollen niemanden deshalb „verlieren“, weil der Umgang mit einzelnen Elementen unklar geblieben war. Also geht es bei der Einführung auch beileibe nicht nur um technische Fragen. Vielmehr sprechen wir dabei auch über die Selbstorganisation und wie die verschiedenen Angebote optimal genutzt werden können. Es ist wohl selbstredend, dass in allen Phasen des Lehrgangs immer eine durchgehende Betreuung vorgesehen ist. Es gibt Ansprechpartner, sowohl technisch als auch fachlich. Niemand wird allein gelassen.

In der Konzeptpräsentation halten Sie fest, dass Netzwerkbildung den Wissenserwerb verstetigt und die Attraktivität des Lehrgangs erhöht. Hat Netzwerken also eine strategische Bedeutung im Konzept?

So ist es. Netzwerkbildung ist kein nettes Add-on, sondern zentral für gute Erwachsenenbildung. Denn Lernen ist ein sozialer Prozess. Wir lernen nicht nur von den Dozierenden, sondern auch und vielleicht sogar vor allem voneinander. Jeder Austausch mit den anderen Teilnehmenden, jede Diskussion über den Fall, jeder Tipp für ein konkretes Problem vertieft den Lerneffekt.

Zudem ist die Inkasso-Branche recht überschaubar. Die Menschen, die den Sachkundelehrgang absolvieren wollen, sind in vielen Fällen künftige Führungskräfte. Es hilft, wenn sich diese Personen während des Lehrgangs kennenlernen, Vertrauen aufbauen und merken: Ich stehe mit meinen Herausforderungen nicht allein. So entsteht ein professionelles Netzwerk, das weit über den Lehrgang hinaus Bestand hat. Der „neue SKL“ hat bewusst Gelegenheiten dafür geschaffen. Zum Beispiel strukturierte, moderierte Austauschrunden in den Präsenzphasen. Aber auch gemeinsame Gruppenarbeit an konkreten Aufgaben und Peer-to-Peer-Foren auf der Lernplattform. Ich bin davon überzeugt, dass durch professionelle Netzwerke das Niveau der gesamten Branche steigt.

Netzwerke sind ein strategisches Lehr- und Lerninstrument.

Der neue Lehrgang sollte praxisnäher werden. Gleichzeitig geht es aber um die theoretische Sachkunde im Sinne des RDG. Steckt darin nicht ein gewisser Widerspruch?

Keinesfalls! Die Frage ist nicht, ob Theorie wichtig ist oder nicht. Die Frage ist, welche Methode zum Ziel führt. Sachkunde lehren bedeutet nicht, dass abstrakte Theorien im Fokus stehen. Das Ziel, qualifizierte Personen auszubilden, wird nur erreicht, wenn das theoretische Wissen anschließend zuverlässig in den Alltag übertragen werden kann. Es geht also um die Anwendung, nicht um das Auswendiglernen.

Machen wir das an einem Beispiel: Man kann etwa das Vertretungsrecht sehr akademisch lehren – angefangen mit der Definition der Vertretung, über die Arten der Vertretungsmacht bis zu den Rechtsfolgen fehlender Vertretungsmacht. Bei uns läuft das anders. Wir sagen: „Stellt Euch vor, in Eurem Fall begegnet Euch eine Person, die behauptet, sie handle für eine GmbH.“ Aber ist das so? Woran lässt sich das erkennen? Was muss ich prüfen? Und was passiert, wenn die Person doch nicht vertretungsberechtigt ist? Auf diese Weise wird aus abstrakter Theorie konkrete Anwendung, die im Inkasso-Alltag ständig vorkommt.

Wie konkret wird es in den Übungen? Was müssen die Teilnehmenden da leisten?

Es wird sehr konkret: Die Teilnehmenden müssen echte Arbeitsprodukte erstellen. Sie entwerfen Mahnschreiben, sie stellen Mahnbescheid-Anträge und prüfen die Wirksamkeit von Forderungsabtretungen. Sie lesen und interpretieren Grundbuchauszüge und berechnen Zinsen nach verschiedenen Methoden. Das sind keine theoretischen Übungen, sondern genau die Aufgaben, die im Berufsalltag anfallen. Vollständig wird der Lerneffekt aber erst durch das individuelle Feedback. Die Teilnehmenden laden ihre Arbeitsergebnisse auf die Lernplattform hoch und die Dozierenden geben Rückmeldung: Was war gut, wo gibt es Verbesserungsbedarf, wie könnte man es noch besser machen? Das ist der einzige Weg, wie man echte Handlungskompetenz aufbauen kann.

Zugänglichkeit und Nutzen haben hohe Priorität!

Auch die aus dem alten Lehrgang bekannte Probeklausur bleibt erhalten. Sie ist ein sehr wichtiges Element, mit dem die Prüfungsbedingungen simuliert werden. So haben die Teilnehmenden eine Chance, einen Eindruck von den Umständen und dem Druck in der Abschlussprüfung zu bekommen. Und auch hier ist das detaillierte Feedback von den Dozierenden ein Schlüsselelement. Die Teilnehmenden wissen anschließend, wo ihre Lücken sind, und im besten Fall verlieren sie die Angst vor der echten Prüfung.

Wir haben über die Unterschiede in der Lern-Historie schon gesprochen. Eine Herausforderung kann aber auch dadurch entstehen, dass die Teilnehmenden in unterschiedlichen Phasen ihrer Karriere am Lehrgang teilnehmen. Ist das ein Problem?

Heterogene Lerngruppen mit unterschiedlicher Bildungs- oder Berufs-Historie sind immer eine Herausforderung. Aber wir wollen und müssen alle Teilnehmenden erreichen und mitnehmen. Ein wichtiges Element ist daher die Differenzierung, ein zweites die Anleitung. Wo die Uni-Absolventin ein Skript selbstständig durcharbeitet, weil sie das noch aus der Uni kennt, müssen wir bei den Praktikern einen anderen Weg gehen und ihnen helfen, indem wir zeigen, wie man einen juristischen Text erschließt, wie Lernzeit sinnvoll strukturiert werden kann und wie man sich systematisch auf eine Prüfung vorbereitet. Und wenn die Erfahrungshintergründe sehr weit auseinanderklaffen, lösen wir das durch Differenzierung. Dabei bleibt die Grundstruktur für alle gleich, in den Übungen setzen wir dann aber unterschiedliche Schwierigkeitsgrade ein. Wer viel Praxiserfahrung hat, bekommt die komplexeren Fälle. Wer noch am Anfang steht, arbeitet zunächst mit einfacheren Konstellationen. Die Lernplattform ermöglicht zudem mit zusätzlichen Materialien – Vertiefungstexte für die einen, Grundlagenmaterialien für die anderen – jeder und jedem ein eigenes Lerntempo.

Für Menschen, die sich mit der juristischen Fachsprache schwertun, haben wir ebenfalls Lösungen: Visualisierungen, Schaubilder, Diagramme und Checklisten machen Zusammenhänge plastisch und leichter zu begreifen. Zudem erklären wir Fachbegriffe immer wieder und verweisen in verschiedenen Kontexten immer wieder auf sie. Auch das ist eine Form der Wiederholung und Kontextualisierung. Und natürlich ermutigen wir die Teilnehmenden, Fragen zu stellen.

Viele Unternehmen finanzieren den Lehrgang für ihre Mitarbeitenden. Welche konkreten Vorteile ergeben sich aus der Modernisierung für diese Unternehmen?

Der offensichtlichste Vorteil ist die Kostenreduktion. Die Online-Anteile verringern die Reise- und Ausfallzeiten der Teilnehmenden und reduzieren die Reisekosten. Die Belastung für den Betriebsablauf ist geringer. Zudem gibt es qualitative Vorteile: Die Mitarbeitenden kommen mit einer besseren, praxisnäheren Ausbildung zurück. Sie haben mehr als theoretisches Wissen, sie haben Handlungskompetenz gewonnen. Sie können Fälle beurteilen und Prozesse steuern. Das macht sie vom ersten Tag an produktiver.

Ein weiterer Aspekt ist die Arbeitgeberattraktivität. Ein Unternehmen, das seinen Mitarbeitenden einen modernen, hochwertigen Lehrgang ermöglicht, positioniert sich attraktiv für diejenigen, die Karriere machen wollen. In Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein messbarer Wettbewerbsvorteil.

Auch die professionellen Netzwerke sollten hier noch einmal zur Sprache kommen. Denn Mitarbeitende mit einem solchen Netzwerk haben in schwierigen Fragen jemanden, den sie fragen können, ohne Geld dafür zu verlangen. Davon profitiert auch das Unternehmen. Zumal es nicht um Betriebsgeheimnisse geht, sondern um rechtliche Einschätzungen, um Best Practices, um Erfahrungswerte. Das ist ein enormer Mehrwert.

Wie stellen Sie sicher, dass das neue Konzept in der Praxis auch wirklich funktioniert?

Ein wichtiger Qualitätsgarant sind die Dozentinnen und Dozenten. Wir arbeiten mit Expertinnen und Experten zusammen, die fachlich exzellent sind und didaktisch fit. Menschen, die gern neue Wege beschreiten und selbst ebenso gern lernen wie lehren. Schließlich geht es eben nicht um den alten Frontalunterricht. Es geht um das Moderieren von Gruppenarbeit, um das Mitnehmen der Zweifelnden, um die Nutzung von Lernplattformen und um konstruktives Feedback.

Andrea Schweer und ich haben die Aufgabe übernommen, den Lehrgang zu koordinieren und dabei eng mit dem Dozententeam zusammenzuarbeiten. Wir begleiten ihn durchgehend, hospitieren in den Veranstaltungen und tauschen uns regelmäßig aus. Darüber hinaus planen wir eine systematische Evaluation auf Basis des Feedbacks der Teilnehmenden. Nach jedem Modul gibt es eine Befragung, um zu sehen, was gut war und was verbessert werden kann. Auf der fachlichen Ebene analysieren wir die Prüfungsergebnisse: Wo gab es Probleme, wo müssen wir nachsteuern? Ein solches Konzept ist nie fertig. Es muss sich entwickeln, muss auf Rückmeldungen reagieren, muss sich an veränderte Rahmenbedingungen anpassen. Die Premierenveranstaltung des „neuen SKL“ im Frühjahr 2026 wird uns wichtige Hinweise dazu liefern, wo wir schon gut sind, wo es noch Schwierigkeiten gibt und was wir erneuern oder anpassen müssen. Die Optimierung folgt dann jeweils in den folgenden Lehrgängen. Wir sprechen also von einem evolutionären Verbesserungsprozess aus: Machen – Bewertung – Optimierung – Machen.

Was wäre für Sie persönlich der Maßstab, an dem Sie den Erfolg des „neuen SKL“ messen würden?

Die Menschen stehen für mich im Mittelpunkt. Wenn die Absolventinnen und Absolventen also nach ein oder zwei Jahren immer noch sagen: „Das, was ich im Lehrgang gelernt habe, hilft mir bei meiner täglichen Arbeit. Denn ich kann neue Herausforderungen besser einordnen und klären“ – dann haben wir unser Ziel erreicht. Ich bin davon überzeugt, dass bei einer solchen Resonanz die Nachfrage nach dem Lehrgang ganz automatisch steigt. Welches Unternehmen wollte nicht, dass die Mitarbeitenden kompetenter und damit auch produktiver werden?

Mittel- bis langfristig traue ich dem „neuen SKL“ der Deutschen Inkasso Akademie zu, dass er zur neuen Benchmark, zum Goldstandard der Qualifizierung in der Inkasso-Branche wird. Und vielleicht sogar, dass diese Erkenntnis auch auf andere Bereiche überschwappt. Wenn wir so einen Beitrag dazu leisten könnten, die Erwachsenenbildung praxisnäher, kompetenzorientierter und lernfreundlicher zu machen, das wäre großartig.

Frau Prof. Meyer, vielen Dank für das ausführliche und erhellende Gespräch.